Gesellschaftliche Erwartungen: Wieso nicht jeder ins‘ Förmchen passt

Gesellschaftliche Erwartungen: Schulabschluss, Ausbildung oder Bachelorstudium, Weiterbildung basierend auf der Ausbildung oder Masterstudium und ab dann bitte 40 Jahre+ im erlernten Beruf volle Kraft voraus Richtung Rente weiterstrampeln. So oder so ähnlich sieht er aus, der konventionelle und von der Gesellschaft erwünschte Weg. Von vielen Menschen, welche sich aktiv mit der Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen, auch gerne als „das Hamsterrad“ bezeichnet. An sich spricht gegen diesen Weg auch überhaupt nichts. Ganz im Gegenteil: Alles ist absolut richtig, wenn es sich für dich richtig anfühlt und du dich wohlfühlst. Warum dieser Weg aber nicht für alle Menschen der Richtige ist, erfährst du im heutigen Blogpost.

Deutschlands „vorgefertigter Weg“ als Beispiel für eine gesellschaftliche Erwartung

Hamster, Hamsterrad

Der oben beschriebene, konventionelle Weg ist ein Beispiel dafür, dass in der deutschen Gesellschaft von den Mitgliedern ein bestimmtes Verhalten erwartet wird. Oder anders: Es gesellschaftliche Erwartungen an uns gibt. Bereits in der Schulzeit quetscht man Schüler durch ein festes System, meistens ohne Rücksicht auf individuelle Interessen oder Talente. Metaphorisch gesehen wie in einer Produktionshalle, auf deren Fließbändern gleichartige Arbeiterdrohnen hergestellt werden. Das Problem dabei? Du kennst es bestimmt selbst. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit lassen wir alle die Rührgeräte schnurren und trällern dabei inbrünstig Rolf Zuckowskis Evergreen In der Weihnachtsbäckerei mit. Glänzend silberne Plätzchenausstecher arbeiten sich tollkühn durch kiloweise süßen Teig. Wie herrlich! Doch du bemerkst: Nicht alle Plätzchen gelingen, wie es die Form vorsieht. Manche bekommen Macken, anderen reißt beim Herauslösen ein Stück der Form ab und wieder andere verkokeln im Backofen. Und genauso verhält es sich in unserer Gesellschaft: Die Form kann noch so eisern sein. Manche Menschen entfleuchen, weil sie sich einfach nicht für dieses System eignen.

Gesellschaftliche Erwartungen: Alles schön und gut – aber nicht für jeden.

Nicht für jeden ist dieser klassische Weg oder ein Angestelltenverhältnis geeignet. Ich habe beispielweise in meiner letzten Festanstellung für mich gemerkt: Das ist nicht meins. Ich kann am besten und produktivsten arbeiten, wenn ich „mein eigener Chef“ bin, mit einem eigenem Projekt und mir dabei alles selbst einteilen kann. Dann blühe ich richtig auf, sprühe nur so vor Energie und habe auch kein Problem damit, 12 oder 14 Stunden meiner Zeit am Tag in diese Sache zu investieren. Wie hat einst Konfuzius so schön gesagt:

Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.

In meiner alten Agentur gab es aber auch unzählige Leute, die es dort geliebt haben. Die gerne einem 9-to-5-Job nachgehen. Die die Gewohnheit mögen, die Sicherheit, die seit Jahren gleichen und vertrauen Gesichter um sich herum. Und das ist absolut fein! Solange man nicht versucht, anderen Menschen die eigenen Ideale überzustülpen.

Wenn gesellschaftliche Erwartungen toxisch werden

Autobahn, Leben, Lebensweg

Wir alle kennen bestimmt einen von ihnen: Einen gesellschaftlichen Aussteiger. Einen, der auf der Autobahn „Leben“ irgendwann den Blinker gesetzt, seinem alten Umfeld lächelnd zugewunken und dann die Ausfahrt genommen hat. Die Ausfahrt „Unkonventioneller Lebensweg“. Wenn du diese Zeilen liest, wirst du vermutlich mit den Schultern zucken oder klatschen und sagen: „Prima für sie/ihn! Toll, dass sie/er ihren/seinen Visionen folgt, auch wenn diese nicht dem Standard entsprechen!“. Leider sind in unserer Gesellschaft nicht alle so wie du und ich. So tolerant. So gönnerhaft, wenn Leute einfach ihrem Bauchgefühl folgen und ausbrechen. Vor allem bei Leuten aus der Generation unserer Eltern oder Großeltern stößt man mit alternativen Lebensweisen auf taube Ohren.

„Du bist eine Spinnerin“ gepaart mit einem Kopfschütteln und halbherzigem Lächeln. Das war beispielweise die jüngste „Bezeichnung“, die ich mir in meinem Umfeld anhören musste. Und ja, das hat mich getroffen. Aber hindert mich das am weiter machen? Nein, es spornt mich eher nur noch weiter an. Ein paar Stunden nach dieser Äußerung habe ich mir einen ruhigen Ort gesucht, mich hingesetzt und meine aktuell liebste Meditation zum Visualisieren von Christian Bischoff gehört. Ich bin tief in mich gegangen und habe mir meine Zukunft in bunten Bildern visualisiert. (Falls du dich übrigens gerade fragst, was zum Kuckuck denn nun „Visualisieren“ ist, dann schau doch gerne bei meinem Gesetz der Anziehung – Blogbeitrag vorbei! 😊).

Aussagen als Bulldozer für Träume – Sei vorsichtig mit dem, was du zu anderen sagst

Viele Menschen treffen solche Aussagen, wie die mit der „Spinnerin“, wirklich sehr. Unter Umständen schmeißen sie deshalb alles hin. Vor allem zu Beginn eines Projekts, wenn man sowieso noch etwas verunsichert und in sich am Schwanken ist (…weshalb ich dir übrigens sehr empfehlen kann, erst mal keinem von deiner neuen Herzenssache zu erzählen! ). Ich war da früher nicht anders und habe damals eine Leidenschaft aufgegeben, weil ich dafür gemobbt worden bin. Und das nur, weil ich etwas außerhalb der Norm gemacht habe. Etwas außerhalb der gesellschaftlichen Erwartungen, dass man mit unter 16 bitte keine so andersartigen Interessen haben darf. Damals habe ich mich dem gesellschaftlichen Druck gebeugt und habe zugesehen, wie die Planierraupe „Gesellschaft“ meine Passion zu Schutt und Asche gefahren hat.

Deshalb: Sei vorsichtig, mit dem was du zu anderen sagst. Manche Leute passen einfach nicht in das gesellschaftliche „Plätzchenförmchen“. Sie quillen zu allen Seiten wieder heraus und suchen sich ihren eigenen Weg. Und das ist völlig okay und auch gut so. Wir sind alle individuelle Wesen. Versuch sie bitte nur nicht in etwas zu quetschen, was deiner Meinung nach „der richtige Weg“ ist. Du würdest ja auch nicht wollen, dass dich jemand in etwas zwängt, oder? Leben und leben lassen ist mittlerweile eine meiner Devisen und siehe da? Seitdem lebt es sich nicht nur leichter, sondern ich habe seitdem auch sooo besondere und liebe Menschen in mein Leben gezogen. Menschen, für die und deren Lebensstil ich vorher gar nicht offen war.

3 Fragen, die du dir bezüglich deines Berufes noch heute stellen solltest

Neben möglicherweise nun kreisenden Gedanken um Plätzchen (jap, auch ich mache nach diesem Blogbeitrag gleich erst mal einen Abstecher zur Keksdose…), könnte ein Gedanke von dir vielleicht nun auch lauten: „Oh Gott, lebe ich aktuell beruflich überhaupt meinen eigenen Traum oder doch nur den der Gesellschaft?“. Deshalb möchte ich dir gerne die folgenden 3 Fragen an die Hand geben, mit denen du das ganz leicht herausfinden kannst.

Freust du dich morgens auf den Arbeitstag, der vor dir liegt?

Vor allem die 1. Frage zeigt uns sehr deutlich, ob wir uns gerade in der richtigen beruflichen Tätigkeit befinden. Ich hatte beispielweise die letzte Zeit in meinem alten Job nur noch „Bauchschmerzen“, wenn ich an die Arbeit und den nächsten Tag gedacht habe. Schon morgens im Auto habe ich mir gedacht: „Wann war noch mal mein nächster genehmigter Urlaub?“. Wenn es dir ähnlich geht … Schleunigst raus da!

Würdest du diesen Beruf jederzeit wieder erlernen?

Die 2. Frage spricht denke ich mal für sich. Wer seinen Beruf kein zweites Mal wählen würde, puh, nunja …

Wie bist du zu deiner Berufswahl gekommen?

Bezüglich der 3. Frage möchte ich gerne ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis anführen. Die entsprechende Person hat sich ganze zwei Mal erfolgreich von ihrem Umfeld zum Studium bequatschen lassen. Das Erste hat sie abgebrochen, weil sich die Person das Ganze anders vorgestellt hatte, und beim zweiten Mal hieß es: „Am besten studierst du BWL, damit kann man später ganz viel machen!“. Auch dieses Studium wurde nach einem Semester abgebrochen. Heute folgt diese Person ihrer Intuition, ist erfolgreich dabei sich eine Selbstständigkeit aufzubauen und überglücklich. Natürlich können die Ratschläge deiner Liebsten und Nächsten am Ende auch genau das Richtige für dich sein. Sie kennen dich mit am besten. Dennoch solltest du auch diese Meinungen objektiv betrachten und mit deinen eigenen Wünschen und Zielen abgleichen. Stelle dir die Frage:

Findest DU es sexy, jetzt oder später z. B. als Anwalt im Gericht zu sitzen oder doch nur deine Eltern?

Deine wahre Berufung finden

Falls du dich nach dem Lesen dieses Beitrags auf die Suche nach deiner wahren Berufung begeben möchtest – vielleicht auch, weil die Antworten auf die Fragen oben eher so semi-optimal ausgefallen sind – habe ich hier den passenden Blogartikel für dich: Klicke hier.

Ich hoffe, dass dich dieser Beitrag zum Nachdenken anregen konnte und du daraus etwas für dich mitnehmen konntest! Mich würde zudem interessieren, wie du zum Thema „gesellschaftliche Erwartungen“ stehst und ob du auch schon mal Dinge getan hast, nur weil diese von dir erwartet worden sind? Schreib‘ mir doch gerne unten in den Kommentaren!

Ich freue mich von dir zu hören!

Bis dahin: be grateful!

deine Franzi

P.S. Sind wir eigentlich schon auf Facebook und Pinterest vernetzt? Nein?! Dann wird es aber höchste Zeit! 😉

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5 Antworten

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